Tauben
Taubenabwehr und Taubenkot entfernen
Tauben werden nicht bekämpft, sondern ausgesperrt. Und ihr Kot ist kein Schmutzproblem, sondern ein Arbeitsschutzthema.
Bei Tauben ist die Bekämpfung weder erlaubt noch nötig. Was hilft, ist konsequentes Aussperren – und dann Ruhe für Jahrzehnte.
Warum Vergrämung nicht funktioniert
Die Stadttaube ist ein verwildertes Haustier und entsprechend eng an den Menschen angepasst. Sie lebt seit Generationen in Innenstädten, kennt Verkehrslärm, Baustellen und Menschenmengen. Eine Plastikeule, ein Windrad oder ein Ultraschallgerät beeindruckt sie ein paar Tage – danach sitzt sie auf dem Gerät.
Was dauerhaft wirkt, ist rein mechanisch: Wo kein Platz zum Sitzen und Brüten ist, bleibt die Taube weg. Deshalb ist eine fachgerecht montierte Abwehranlage einmalig teurer und über die Jahre um ein Vielfaches günstiger als jede wiederkehrende Reinigung.
Der Kot ist das eigentliche Problem
Taubenkot enthält Harnsäure und wirkt stark aggressiv auf Baustoffe. Auf Naturstein, verzinktem Blech, Lack und Bitumenbahnen hinterlässt er innerhalb weniger Jahre bleibende Schäden. Bei Dachflächen und Dachrinnen kommt der mechanische Effekt hinzu: Nistmaterial und Kot verstopfen Fallrohre, das Wasser sucht sich einen anderen Weg, und aus einem Taubenproblem wird ein Feuchteschaden.
Wir sehen regelmäßig Dachböden und Lichthöfe von Gebäuden aus der Gründerzeit, in denen sich über Jahrzehnte Kotschichten von mehreren Zentimetern aufgebaut haben. Solche Bereiche sind kein Fall für Besen und Schaufel.
Für Hausverwaltungen und Gewerbe
Sie erhalten von uns ein Aufmaß, ein System- und Materialkonzept, eine Fotodokumentation des Ausgangszustands und nach Abschluss eine Dokumentation der Reinigung und der montierten Anlage. Das brauchen Sie gegenüber Eigentümerversammlung, Versicherung und – bei Arbeiten in Betrieben – gegenüber der Berufsgenossenschaft.
Daran erkennen Sie den Befall
- Regelmäßig sitzende Tauben auf Fenstersimsen, Balkonbrüstungen, Dachrinnen, Vorsprüngen und Klimaanlagen
- Kotansammlungen unter festen Sitzplätzen, oft kegelförmig aufgetürmt
- Nester aus Zweigen und Kotmaterial in Balkonecken, hinter Fallrohren oder unter Solarmodulen
- Gurren und Trippeln über der Zimmerdecke oder im Dachüberstand
- Verstopfte Dachrinnen und Fallrohre durch Nistmaterial
- Federn, Eierschalen und tote Tiere auf selten begangenen Flächen
Warum Sie nicht abwarten sollten
- Taubenkot ist stark säurehaltig und greift Naturstein, Lack, Metall und Bitumen an – die Bauschäden übersteigen häufig die Kosten der Abwehr
- Im getrockneten Kot können Erreger wie Chlamydia psittaci und Cryptococcus enthalten sein; beim Trockenkehren werden sie mit dem Staub eingeatmet
- Taubennester beherbergen regelmäßig Vogelmilben und Taubenzecken, die bei Verlassen des Nests in Wohnungen einwandern
- Verstopfte Fallrohre führen zu Wasserschäden an Fassade und Dach
- Rutschgefahr auf verkoteten Treppen, Fluchtwegen und Dachflächen
Was Sie sofort selbst tun können
- Tauben unter keinen Umständen füttern – auch nicht mit Brotresten aus dem Fenster
- Balkonkästen und Ecken freihalten, die als Nistplatz taugen
- Getrockneten Kot nicht trocken kehren oder mit dem Hochdruckreiniger abstrahlen; beides erzeugt Aerosole
- Bei bereits verkoteten Flächen die Nutzung einschränken, bis fachgerecht gereinigt ist
- Nester nicht in der Brutzeit eigenmächtig entfernen; darin sitzen häufig Eier oder Jungvögel
Was Sie besser lassen sollten
- Keine Giftköder – das ist bei Tauben nicht zulässig und tierschutzrechtlich unhaltbar
- Keine Vogelattrappen, Krähenfiguren oder Ultraschallgeräte kaufen; Stadttauben gewöhnen sich innerhalb weniger Tage daran
- Keine Klebe- oder Vergrämungsgele einsetzen: Sie verkleben das Gefieder, sind tierschutzwidrig und verschmutzen die Fassade dauerhaft
- Hochdruckreiniger nicht auf trockenen Kot ansetzen
- Nicht ungeschützt in verkotete Dachböden steigen – Atemschutz ist hier keine Übervorsicht
So beugen Sie vor
- Konsequent nicht füttern und Nachbarn darauf ansprechen – eine einzige Fütterstelle versorgt einen ganzen Straßenzug
- Sitzflächen an Fassade, Fensterbank und Brüstung frühzeitig unattraktiv machen
- Offene Traufkästen, Lüftungsöffnungen und Zugänge unter Solaranlagen verschließen
- Dachrinnen regelmäßig kontrollieren und reinigen
- Bei Sanierungen die Taubenabwehr gleich mitplanen – das ist bei stehendem Gerüst ein Bruchteil der späteren Kosten
Rechtlicher Hinweis
Stadttauben sind verwilderte Haustiere und unterliegen dem Tierschutzgesetz; Töten oder Verletzen ist unzulässig, zulässig sind ausschließlich abwehrende Maßnahmen. Zwischen etwa März und Oktober ist mit besetzten Nestern zu rechnen – Nester mit Eiern oder Jungvögeln dürfen nicht einfach entfernt werden. Für gewerbliche Reinigungsarbeiten in stark verkoteten Bereichen gelten die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 500, bei erhöhter Belastung TRBA 260) mit Vorgaben zu Schutzausrüstung, Vorbefeuchtung und Entsorgung.
Quellen und Stand
Häufige Fragen zu Taubenabwehr und Taubenkot entfernen
Darf ich Tauben vertreiben?
Abwehren ja, verletzen oder töten nein. Stadttauben fallen unter das Tierschutzgesetz. Netze, Drähte und Spikes sind zulässig, weil sie die Tiere lediglich fernhalten. Nicht zulässig sind Gifte, Klebemittel und alles, was Verletzungen verursachen kann.
Wann darf ein Nest entfernt werden?
Nur, wenn es leer ist. Stadttauben brüten fast ganzjährig, Schwerpunkt zwischen März und Oktober. Wir prüfen deshalb vor jedem Eingriff, ob Eier oder Jungvögel im Nest sind, und stimmen den Termin darauf ab.
Ist Taubenkot wirklich gesundheitsgefährlich?
In getrocknetem Zustand und in größeren Mengen ja – vor allem wegen der Staubbildung. Erreger wie Chlamydia psittaci und Cryptococcus-Arten können enthalten sein, dazu Vogelmilben. Bei kleinen Mengen auf dem Balkon reicht feuchtes Aufnehmen mit Handschuhen; bei einem verkoteten Dachboden ist Atemschutz Pflicht.
Sieht ein Taubennetz nicht hässlich aus?
Ein gut montiertes Netz in der passenden Farbe fällt aus wenigen Metern Entfernung kaum auf. Wo die Optik entscheidend ist – etwa an denkmalgeschützten Fassaden – arbeiten wir mit Spanndrahtsystemen, die praktisch unsichtbar sind.
Nach dem Nest sind plötzlich Milben in der Wohnung – warum?
Weil die Vogelmilben ihren Wirt verloren haben. Wenn die Tauben ausziehen oder das Nest entfernt wird, wandern die Milben auf der Suche nach Blut in angrenzende Räume. Das ist häufig und behandelbar – sagen Sie uns Bescheid, wir behandeln den Bereich gleich mit.
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Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachtet haben – wo, wie oft und seit wann. Wir melden uns schnellstmöglich zurück. Wenn es eilt, rufen Sie uns bitte direkt an.
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